Bayreuther Festspiele

Portraitfoto Waltraud Meier (2000) <p><strong>Waltraud Meier als Ortrud</strong><br />(Inzenierung «Lohengrin» von Yuval Sharon 2018)</p>
<b>Waltraud Meier als Isolde</b>. Tristan und Isolde (Inszenierung von Heiner Müller 1993 - 1999) <b>Waltraud Meier als Waltraute</b>. Der Ring des Nibelungen (Inszenierung von Harry Kupfer 1988 – 1992) <b>Waltraud Meier als Kundry</b>. Parsifal (Inszenierung von Wolfgang Wagner 1989 – 2001)
<b>Waltraud Meier als Brangäne</b>. Tristan und Isolde (Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle 1981 – 1987) <b>Waltraud Meier als Kundry</b>. Parsifal (Inszenierung von Götz Friedrich 1982 – 1988)

Waltraud Meier

Die deutsche Mezzosopranistin Waltraud Meier wurde in Würzburg geboren. Sie wuchs in einem Elternhaus auf, in dem viel musiziert wurde und bereits während ihrer Schulzeit und ihres Studiums sang sie in fünf verschiedenen Chören. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Anglistik und Romanistik, nahm aber gleichzeitig auch Gesangsunterricht. 1976 entschied sich Waltraud Meier ganz für die sängerische Laufbahn und debütierte an der Würzburger Oper in der Partie der Lola in Cavalleria rusticana. In den folgenden Jahren erarbeitete sich die Mezzosopranistin ein breites Repertoire in festen Engagements in Mannheim, Dortmund, Hannover und Stuttgart. Ihr internationales Debüt gab Waltraud Meier 1980 am Teatro Colón in Buenos Aires als Fricka in Die Walküre.

Mit ihrem triumphalen Erfolg als Kundry in Wagners Parsifal begann 1983 bei den Bayreuther Festspielen ihre Weltkarriere, die Waltraud Meier in regelmäßigen Abständen ans Royal Opera House Covent Garden in London, die Metropolitan Opera New York, an das Teatro alla Scala in Mailand, die Opéra national de Paris, die Wiener Staatsoper und an die Bayerische Staatsoper nach München führte. Nachdem die Sängerin von 1983 bis 1993 in Bayreuth als Kundry neue Maßstäbe gesetzt hatte, wechselte sie dort ins dramatische Sopranfach, in welchem sie von 1993 bis 1999 als Isolde in der legendären Tristan-Inszenierung von Heiner Müller unter Daniel Barenboim Publikum und Kritik tief beeindruckte. Ebenfalls in Bayreuth verkörperte Waltraud Meier im Jahre 2000 die Sieglinde in der Walküre des "Millenniums-Rings" von Jürgen Flimm und Giuseppe Sinopoli. Heute gilt die als Kundry, Isolde, Ortrud, Venus und Sieglinde gefeierte Waltraud Meier als eine der international bedeutendsten Wagnersängerinnen unserer Zeit. Auch im italienischen und französischen Fach ist sie weltweit als Eboli, Amneris und Didon sehr gefragt. Mit ihrer Darstellung der Santuzza unter Ricardo Muti eroberte sie das italienische Publikum.

Waltraud Meier hat mit so bedeutenden Regisseuren wie Jean-Pierre Ponnelle, Luc Bondy, Harry Kupfer, Götz Friedrich, Klaus Michael Grüber und Patrice Chéreau zusammengearbeitet. Sie sang unter Dirigenten wie beispielsweise Daniel Barenboim, Riccardo Muti, Claudio Abbado, James Levine, Zubin Mehta, Christian Thielemann und Valery Gergiev.

An der Châtelet Oper in Paris triumphierte die Sängerin im Parsifal, wie bereits zuvor 1991 am Teatro alla Scala unter Riccardo Muti. Die enge künstlerische Zusammenarbeit mit Daniel Barenboim und der Staatsoper Unter den Linden, sowie auch mit der Bayerischen Staatsoper München führte sie regelmäßig auf Gastreisen nach Japan, wo sie u. a. in Walküre, Wozzeck, Tristan und Fidelio zu erleben war. Es folgten Premieren bei den Münchner Opernfestspielen mit der Rolle der Didon in Les Troyens, Neuinszenierungen bei den Salzburger Festspielen und an der Opéra Bastille als Isolde. In Chicago gab sie ihr Debüt als Fidelio-Leonore, erneut unter der Leitung von Daniel Barenboim. Mit dieser Rolle brillierte Waltraud Meier anschließend in München und Mailand. Aus der fruchtbaren Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau an Alban Bergs Wozzeck ergaben sich weitere gemeinsame Produktionen, wie zum Beispiel die Inszenierung des Tristan zur Eröffnung der Scala-Saison 2007/08, wobei Waltraud Meier - wiederum mit Barenboim - die Isolde gab.

Waltraud Meier fühlt sich seit Jahren dem West-Eastern-Divan Jugendorchester verbunden, mit dem sie bei gemeinsamen Tourneen auftritt und dessen Anliegen und Ziele sie unterstützt.

In den nächsten Jahren wird Waltraud Meier ihr Repertoire nicht nur sängerisch und gestalterisch vertiefen, sondern auch durch neue Rollen erweitern. So stand sie im Sommer 2010 als Klytämnestra auf der Salzburger Festspielbühne. Die Zusammenarbeit mit Patrice Chéreau führte sie mit einer szenischen Improvisation über Wagners Wesendonck-Lieder am Musée du Louvre fort.

2012 war sie u. a. in Fidelio an der Wiener Staatsoper, Konzerten in Athen, Moskau und Paris, Wagners Götterdämmerung als Waltraute an der Metropolitan Opera New York, sowie als Kundry in Parisfal, Marie in Wozzeck und Venus in Tannhäuser in München zu sehen.

2013 sang sie die Partie der Santuzza in Cavalleria rusticana in Zürich, der Ortrud in Lohengrin an der Deutschen Oper Berlin, der Isolde in Tristan und Isolde in München, im Ring des Nibelungen an der Staatsoper im Schiller Theater Berlin und der Mailänder Scala, der Klytämnestra in Elektra (in einer Neuproduktion von Patrice Chéreau) beim Festival Aix-en Provence und in ebendieser Rolle an der Opera Bastille in Paris.

2014 war sie an der Dresdener Semperoper ebenfalls als Klytämnestra in Elektra, an der Deutschen Oper Berlin als Santuzza in Cavalleria rusticana an der Wiener Staatsoper in Parsifal in der Rolle der Kundry, an der Mailänder Scala abermals als Klytämnestra in Elektra, an der Staatsoper Berlin als Isolde zu erleben.

2015 und 2016 führten sie u. a. nach Moskau, Japan, Paris, London, Mailand, Madrid, Wien und für Elektra-Vorstellungen nach Zürich, München, Dresden, Berlin (Deutsche Oper und Staatsoper), Helsinki, an die Metropolitan Opera New York und Barcelona.

2017 war sie neben weiteren Engagements wieder als Klytämnestra an der Wiener Staatsoper zu sehen.

Eine umfangreiche Diskographie und Videographie, sowie viele auf DVD festgehaltene Produktionen zeugen von der Vielseitigkeit dieser in ihrer Darstellungskraft, Musikalität, stimmlichen Schönheit und Gesangskunst singulären Sängerin. Die mit zahlreichen Preisen geehrte Künstlerin ist Kammersängerin der Bayerischen Staatsoper und der Wiener Staatsoper und seit Juni 2017 Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper.



Stimmlage:
Mezzosopran/Sopran

Mitwirken in Bayreuth

Jahr Werk Funktion/Rolle
2018 Lohengrin Ortrud
2000 Die Walküre Sieglinde
1999 Tristan und Isolde Isolde
1997 Tristan und Isolde Isolde
1996 Tristan und Isolde Isolde
1995 Tristan und Isolde Isolde
1994 Tristan und Isolde Isolde
1993 Tristan und Isolde Isolde
1992 Parsifal Kundry
1992 Götterdämmerung Waltraute
1991 Parsifal Kundry
1991 Götterdämmerung Waltraute
1991 Götterdämmerung 2. Norn
1990 Parsifal Kundry
1990 Götterdämmerung Waltraute
1989 Parsifal Kundry
1989 Götterdämmerung Waltraute
1988 Parsifal Kundry
1988 Götterdämmerung Waltraute
1987 Parsifal Kundry
1986 Tristan und Isolde Brangäne
1985 Parsifal Kundry
1984 Parsifal Kundry
1983 Parsifal Kundry



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